Ein Plädoyer zur Schere

Die Situation kennen Sie bestimmt auch: Man sucht eine Schere und findet keine - oder noch besser: wenn man sie endlich in irgendeiner Schublade gefunden hat, müht man sich damit ab das gewisse „Etwas“ zu schneiden. Und dennoch nutzt man immer wieder genau diese eine unscharfe oder gar verklebte Schere und legt sie wieder zurück in die Schublade oder „irgendwohin“ - um sie beim nächsten Mal garantiert wieder genauso zu suchen.

Warum machen wir das?

Einfach erklärt, schenken wir oft im Alltag so etwas „Banalem“ wie einer Schere einfach zu wenig Beachtung. Und das ist ganz schön absurd, denn denken Sie mal darüber nach wie oft man dann doch zur Schere greift! Egal ob im Badezimmer, in der Küche, im Büro, beim Geschenke einpacken oder beim Basteln – die Schere ist eines der wichtigsten Handwerkszeuge (und nebenbei auch noch eines der ältesten) in unseren Haushalten und verdient ein bisschen mehr Aufmerksamkeit.

Und klar, wenn man nur ein bisschen darüber nachdenkt, dann wird einem auch schnell klar, warum es mit dieser einen Schere in der Schublade nicht klappt. Denn: Haben Sie zum Beispiel mal versucht mit einer Haushaltsschere die Fingernägel zu schneiden?

Und vielleicht haben Sie ja auch schon was vom „Aufräumhype“ mit bekommen? Ich garantiere Ihnen: wenn Sie anfangen Ordnung zu schaffen und die richtigen Scheren an ihren entsprechenden Orte zu räumen, damit Sie sie immer wieder finden können und mit Liebe einsetzen, dann wird Sie das ein Stück weit zufriedener und glücklicher machen! Und überhaupt: überlegen Sie mal – wie wichtig dieses kleine Instrument wirklich ist: 

Wie etwa sollte man ohne Schere einen Artikel aus der Zeitung ausschneiden, Fuß- und Fingernägel kürzen oder würden wir sonst alle mit langen Haaren durch die Welt rennen? Was wären einige Künstler ohne Scheren? Würden wir sonst an Weihnachten nur Tüten ohne Geschenkband unterm Weihnachtsbaum haben? Ganz abgesehen davon braucht doch die Weihnachtsgans ihre Geflügelschere! Was würden die Hundefriseure tun?! Und wie sollten wir die Mähnen unserer Pferde akkurat schneiden? Würden wir dann mühsam mit dem Messer alle möglichen Verpackungen aufschneiden und uns dabei in den Finger? Wie wäre es, wenn die eigenen Kinder auf einmal nichts selbst gebasteltes mehr zum Muttertag oder zu Geburtstagen schenken können, da basteln ohne Scheren nahezu unmöglich ist?!

Gäbe es dann Schnittmuster, Kleidung und Haute Couture? Und wäre es überhaupt möglich auf Sofas und Betten mit akkurat geschnittenen und vernähten Kanten zu sitzen? Wie würde man als Arzt im OP oder in der Praxis ohne Scheren hantieren? Was wäre mit Floristen oder Gärtnern? Hätten wir dann früher auf dem Schulhof „Schere, Stein, Papier gespielt? Und die ganzen schönen Redewendungen: Würden wir besser abschneiden oder von einem neuen Lebensabschnitt sprechen? Oder gäbe es die Schere zwischen Arm und Reich? 

Man könnte ewig so weitermachen! Eines steht aber fest: Scheren sind wahre Alltagshelden und obwohl ihnen allgemein wenig Wertschätzung entgegengebracht wird, würde unser alltägliches Leben ohne Scheren deutlich anders aussehen. Und wir arbeiten jeden Tag daran, IHNEN den Alltag etwas zu erleichtern: Wir lieben unser Handwerk – und produzieren Scheren für fast jeden Zweck. Und das seit 1886.

 

Alles Liebe, Ihre Julia und Sebastian Vossmann

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